You are currently viewing Hinter sich der Riese

Hinter sich der Riese

Wer heute eine Passion schreibt, muss vor Bach bestehen und viele offene Fragen beantworten. Das scheint die Komponisten zunehmend zu reizen.

Von Clemens Haustein

Nimmt man die Zahl der Passionen als Maßstab, die seit dem Jahr 2000 zur Uraufführung gekommen sind, werden im 21. Jahrhundert so viele Passionen entstehen wie seit Bachs Zeiten nicht mehr. Acht neue Vertonungen wurden in den vergangenen dreiundzwanzig Jahren vorgestellt unter oft großer Resonanz; nimmt man die beiden Passionen des den Pop streifenden Neoromantikers Sven-David Sandström aus Schweden noch dazu, sind es sogar zehn. Eine erstaunliche Zahl, wenn man bedenkt, dass im 19. Jahrhundert und bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein kaum mehr Passionswerke entstanden, die den Bibeltext zur Grundlage nahmen. Die Frömmigkeit, wie sie in den Passionen Bachs zum Ausdruck kommt, schien mit dem Tod des Komponisten zu einem Ende gekommen zu sein. Schon 16 Jahre nach Bachs Ableben wurde vom Rat der Stadt Leipzig angeordnet, dass die Passionsgeschicht in der Karfreitagsliturgie nur noch vorgelesen und nicht mehr musiziert werden solle.

Lesen Sie den gesamten Beitrag in der Märzausgabe von FONO FORUM.