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Jenseits des Mythos

Eine neunte Sinfonie schrieben nicht nur Beethoven, Bruckner und Mahler. Und sterben musste nicht jeder, der eine Zehnte in Angriff nahm. Es gibt viel zu entdecken: die stärksten unbekannten Neunten

Von Clemens Haustein

Mieczyslaw Weinberg
Mieczyslaw Weinberg ist kein Unbekannter mehr seit dem beherzten Einsatz Gidon Kremers oder der Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla, die bei der Deutschen Grammophon vier Sinfonien des 1996 gestorbenen Komponisten veröffentlichte. Mittlerweile sind die insgesamt 22 Sinfonien mindestens einmal eingespielt – mit zwei Ausnahmen: die 15. fehlt, ebenso die neunte. Zu berichten ist in Weinbergs Fall also von einem diskographischen Desideratum, das wohl auch mit Besonderheiten dieses Stücks zu tun hat. Die Komposition der Neunten beschäftigte ihn nicht weniger als 27 Jahre lang (von 1940 bis 1967), und ungewöhnlich ist auch die Besetzung: Zum Orchester tritt nicht nur ein Chor hinzu, sondern auch ein Erzähler, der Texte polnischer Dichter rezitiert. Wie diese Sinfonie mit dem Titel „Ewige Zeiten“ klingt – eingerahmt von der heiter-wehmütigen Achten mit dem Beinamen „Polnische Blumen“ und der düsteren Zehnten – das bleibt, noch, unserer Phantasie überlassen.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der Mai-Ausgabe von FONO FORUM.